Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe an Supervision Interessierte, in diesen Zeiten … in denen der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Bedrohungen uns verstören und erschüttern in denen Gewissheiten ins Wanken geraten, vermeintliche Sicherheiten sich auflösen in denen…
Der Krieg, die Angst und das Sich-äußern
„Indem wir unsere Schmerzen und Ängste benennen, zähmen wir sie und wagen uns in ihre Nähe. Das Unvermeidliche bleibt unvermeidlich, aber dank der Versprachlichung, dank des Aussprechens können wir Bitterkeit und Trauer zulassen. Und Trauer, die kann ja auch hell…
Vom langen Schatten des Krieges
Zur biografischen Expertise von SupervisorInnen der Kriegsenkelgeneration „Wir dürfen annehmen, dass keine Generation imstande ist, bedeutsamere seelische Vorgänge vor der nächsten zu verbergen.“ — Sigmund Freud, 1913 Am 8. Mai jährte sich das Ende der Naziherrschaft und das Ende des…
Ermutigung im supervisorischen Beratungsprozess
Zwei Beispiele aus der Praxis Ermutigung ist „der Auftrieb, den jemand erhält, seine Schwierigkeiten und Fragestellungen eigenverantwortlich und in konstruktiver Weise zu klären …“. (Evelin Fräntzel) Hält man sich die Ziele der supervisorischen Arbeit vor Augen, also die Entwicklung eigener Kompetenzen,…
Über die Wurzeln der Personalauswahl von Führungskräften
In der Supervisionsliteratur sind Beiträge zur „Leitungssupervision“ bis heute ein Desiderat der Forschung. Auch die hervorragende Studie von Kornelia Steinhardt (2. Auflage 2007) konnte diese Lücke nicht schließen. Warum das so ist, ist schwer zu entscheiden. Ein Grund könnte sein,…
Beschleunigung und Überforderung
Zeitdiagnosen zum Thema „Gesellschaft und Psyche“ Seit dem 24.02.2022 lesen sich Texte noch einmal anders, – gerade, wenn sie von „Zeitdiagnosen“ handeln. Mit dem Überfall Rußlands auf die Ukraine, Putins Krieg, „wachte“ Westeuropa überrascht „auf“ und wenige Tage danach verkündete…
Bernhard Schlink: Die Enkelin, Diogenes Verlag 2021
1964 verlieben sich die junge Ostberliner Studentin Birgit und der Westberliner Student Kaspar ineinander. Birgit flieht in den Westen. Mit sich nimmt sie die Last und das Geheimnis, ihre Tochter unmittelbar nach deren Geburt zurück gelassen zu haben. Mit dem…
Ingrid Riedel: Die innere Freiheit des Alterns, München 2013
An meiner Tür hängt der Zeitungsartikel über eine Bachelor Abschlussfeier. Der abgebildete Absolvent, Giuseppe Paterno, war zu diesem Zeitpunkt im Juli 2020 bereits 96 Jahre alt. Er arbeitete nach der Grundschule als Eisenbahner und machte mit 31 Jahren sein Abitur.…
Günter de Bruyn: Vierzig Jahre – Ein Lebensbericht, Frankfurt a. M. 1996
Das Buch von Günter de Bruyn las ich 1996 direkt nach seinem Erscheinen mit großem Interesse und Spannung. Bücher von de Bruyn lese ich tatsächlich immer gern. Mich spricht seine Sprache, seine Ausdrucksweise an, die ich als uneitel, bisweilen lakonisch…
Anja Röhl: Heimweh. Verschickungskinder erzählen, Gießen 2021
Als „Verschickungskinder“ werden umgangssprachlich Kinder bezeichnet, die zur Erholung mehrere Wochen in Kur- und Erholungsheimen verbrachten. Meine Leseempfehlung ist angeregt durch das Buch „Heimweh. Verschickungskinder erzählen“ von Anja Röhl, in dem die Interviews mit sogenannten „Verschickungskindern“ aufgenommen sind. In den…
