Paul Fortmeier, Petra Schimmel und Anna-Lena Thies werden auf den FiS-Tagen Verborgenes aus ihrer supervisorischen Praxis aus den Feldern Wirtschaft, Krankenhaus und Sozialwesen zur Verfügung stellen. Ihr gemeinsamer Beitrag „Zu nah dran…“ macht mit zahlreichen Fragen rund um das Verborgene in Supervisionsprozessen neugierig auf den Praxisexkurs und lässt Vorfreude auf den intensiven Kolleg:innenaustausch während der FiS-Tage aufkommen.
Vorwort
Liebe Supervisionskolleginnen und -kollegen, liebe Leser und Leserinnen unseres Newsletters, gerade fiel der erste Schnee, und man könnte es sich so richtig gemütlich machen angesichts der kommenden Vorweihnachtszeit. Aber so einfach geht das nicht in diesen belasteten Zeiten, in denen…
Worüber sich nachzudenken lohnt …
Michael Faßnacht beschäftigt das Zauberwort „New Work“. Er fragt nach den verborgenen Realitäten dieses Phänomens in Organisationen und sieht sie zwischen „bright shine“ und „dark side“. Man möchte ihm beim Lesen dieses Ankündigungstextes am liebsten jetzt schon zuhören.
Ambiguität in der stationären Akutpflege und deren Bedeutung für supervisorisches Handeln
Melanie Ermert, Absolventin des 24. Ausbildungskurses, macht mit ihrem Beitrag zur Ambiguität in der stationären Akutpflege den Auftakt für den weiteren inhaltlichen Schwerpunkt unseres Newsletters: Sie beschreibt mit einem kritischen Blick auf die Strukturen der Organisation Krankenhaus die Notwendigkeit von Veränderungen, die durch alle Hierarchieebenen ein höheres Maß an Ambiguität schaffen können.
Akutpsychiatrie – Beobachtungen und Reflexionen
Christoph Ehlert lässt uns mit seinen Beobachtungen aus der Akutpsychiatrie sehr differenziert am Klinikalltag teilhaben. Besonders spannend sind dabei seine unterschiedlichen Perspektiven als Psychologe, therapeutischer Leiter einer allgemeinpsychiatrischen Aufnahmestation und als Supervisor bzw. Teilnehmer einer Teamsupervision.
Zwischen Idealismus und Überforderung – Felderfahrungen in psychiatrischen Kliniken
Auch Bernhard Koelber dringt mit einem großen beruflichen Erfahrungshorizont und aus vielfältigen Rollenperspektiven, u.a. als Leiter Unternehmensentwicklung bei einem großen Träger der psychosozialen Versorgung, in das Berufsfeld Psychiatrie ein und beschreibt drei zentrale Spannungsfelder. Besonders bewegen seine klaren und nuancierten Schilderungen aus den psychiatrischen Organisationen unter der Fragestellung: „Therapeutischer Auftrag oder gesellschaftlicher Lückenbüßer?“
Anspruch und Wirklichkeit
Ein weiterer großer und weitgefächerter Erfahrungshorizont aus dem Bereich der Einrichtungen der Behindertenhilfe erwartet uns in dem Beitrag von Hildegard Jung. Sie war u. a. als Projektleitung zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes tätig und beschreibt zentrale Aspekte des schwierigen Wandlungsprozesses im beruflichen Alltag mit wichtigen Hinweisen für die supervisorische Arbeit in den Organisationen. Ihr Plädoyer für mehr Fortbildung, Supervision und Gespräch findet sich eindringlich in allen Texten aus diesem inhaltlichen Schwerpunkt unseres Newsletters wieder.
Der Gewinn von Balintgruppenarbeit als Reflexionsinstrument für SupervisorInnen
Bernadette Grawe schließt sich mit ihrem Beitrag zur Bedeutung von Balintgruppenarbeit an und verdeutlicht aus ihrer Perspektive als ehemalige Hochschullehrerin differenziert die Besonderheiten dieses Reflexionsinstrumentes für Supervisor:nnen.
Studie zur Professionalisierung von Supervisoren und Supervisorinnen im Fortbildungsinstitut für Supervision 2022–2023
Gemeinsam mit Anna-Lena Thies, Supervisorin mit hauptberuflich wissenschaftlichem Hintergrund an der WWU Münster, entwickelte Bernadette Grawe eine Studie, die auf Befragungen von AbsolventInnen des FiS beruht. Geforscht wird darin nach den „Handlungsaspekten professionellen Handelns“. Erste spannende Ergebnisse der Evaluation werden in diesem Beitrag zusammengefasst.
Judith Hermann: Wir hätten uns alles gesagt. Vom Schweigen und Verschweigen im Schreiben.
Barbara Gussone empfiehlt eine Neuerscheinung von Judith Hermann. Sie schreibt unter dem Titel „Wir hätten uns alles gesagt“ vom „Schweigen und Verschweigen im Schreiben“.
Bauer, Annemarie; Fröse, Marlies W.; Seigies, Jörg (Hg.) (2023): Verborgene und unbewusste Dynamiken in Organisationen.
Bernadette Grawe knüpft mit der Rezension des Buches „Verborgene und unbewusste Dynamiken in Organisationen“ an die FiS-Tage an und schließt so den Bogen unseres Newsletters. Prof. Dr. Annemarie Bauer, eine der Herausgeber:innen der Neuerscheinung, wird Gastrednerin der FiS-Tage sein. Bernadette Grawe eröffnet in ihrer Rezension des umfangreichen Werkes mit punktgenauen Kurzzusammenfassungen das große Spektrum der Themen, Autor:innen und Perspektiven.
In eigener Sache – zum Tod von Jürgen Kreft
Am 17. August dieses Jahres starb unser FiS-Kollege und Freund Jürgen Kreft. Vier Kolleginnen gedenken seiner: Inge Zimmer-Leinfelder, Elisabeth Gast-Gittinger, Dr. Bernadette Grawe, Dr. Monika Maaßen.
